Streichinstrumente
Ähnlich wie beim Klavier galt der Violine in vielerlei Hinsicht die Aufmerksamkeit der Musikliebhaber wie auch der professionellen Musiker. Der Drang nach virtuosen Leistungen, die Weiterentwicklung auf dem Gebiet des Instrumentenbaus, die schnelle Einführung neuer musikalischer Stile etc. bescherte der Geige und den Geigern dies besondere Interesse.
Lang ist die Liste der mit mancherlei Metaphern behangenen großen Geigenvirtuosen, in der der "Teufelsgeiger" Niccolo Paganini, das "Wunderkind" und die "lebende Legende" Jehudi Menuhin, natürlich David Oistrach und Itzak Perlman, wie aber auch der derzeitige Star der Schallplattenindustrie, Nigel Kenndedy, zu finden sind.
Die Violine ist aber zugleich auch eines der am meisten mit Vorurteilen belasteten Instrumente. Bis zur bitteren Resignation, den Mozart doch nie spielen zu können, reicht die Saga vom "armen" Geiger. Und es mag ein Körnchen Wahrheit darin sein.
Übersehen wird jedoch oft, daß die Violine in vielen Ländern das Volksinstrument schlechthin ist - und was den Schweden, Ungarn, Iren, Rumänien und Westernhelden recht ist, sollte uns Thüringern doch billig sein.
Geigen macht Spaß - von Anfang an! In keiner anderen Instrumentenfamilie ist die bauliche Ähnlichkeit der Instrumente so augenscheinlich wie bei den Streichern; Bratsche - oder vornehm Viola genannt, Cello und Kontrabass scheinen nur eine Vergrößerung der Geige zu sein.